• Dieter Leistner

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Ganztageszentrum für Hören und Kommunikation

Die Stiftung Hör-Sprachförderung hat in Bauabschnitten von 2004 bis 2009 ein Ganztageszentrum für Hören und Kommunikation errichtet. Die bestehenden Häuser des Zentrums, das während der gesamten Baumaßnahme in Betrieb blieb, wurden abschnittsweise abgerissen und durch einen Komplex sehr unterschiedlicher Nutzungen ersetzt. 

Die Architektur des Zentrums folgt einer Abstufung von Bereichen unterschiedlicher Privatheit, die von einem repräsentativen halböffentlichen Veranstaltungs- und Verwaltungsbau über interne Begegnungsbereiche bis hin zu ruhigen Wohn- und Gruppenräumen führt. Die Baukörper staffeln sich, der Geländetopographie folgend, in ruhigen Proportionen hangabwärts.

Sowohl die Innenräume als auch die Außenbereiche des Ganztageszentrums zeichnen sich durch ruhige, übersichtliche und gut einsehbare Raumgliederungen und Proportionen aus.
In der Großzügigkeit der Gesamtanlage entstehen Wege, Räume und Flächen von hoher Signifikanz.
Im Sinne der Barrierefreiheit werden Wege logisch und rhythmisch zoniert, Aufenthaltsräume akzentuiert. Im Außenraum schaffen prägnante architektonische Elemente wie Wasserbecken und Sitzgruppen Orientierung und Identität.

Antonio-Petrini-Preis der Stadt Würzburg 2010 - 2. Preis

Bauherrschaft: Stiftung Hör- und Sprachförderung
Verfahren: VoF Verfahren
Leistungsphasen: 1-9
Baubeginn: 2004
Fertigstellung: 2009
Projektpartner: ALS Ingenieure, abi-Beratende Ingenieure, Kaiser+Juritza+Partner

Barrierefreiheit

Die Entwicklung von Raumangeboten für einen Personenkreis mit speziellen Förderschwerpunkten bedingt ein räumliches Angebot, das Barrierefreiheit in einem umfassenden Sinn versteht. Im Ganztageszentrum wird folglich die Barrierefreiheit im Hinblick auf Behinderungen aller Art umgesetzt, nicht nur in Bezug auf Rollstuhlgerechtigkeit. Raumangebot, Raumgestaltung und Haustechnik reagieren auf motorische und körperliche Behinderungen ebenso wie auf Einschränkungen in der sozialen, psychischen und emotionalen Entwicklung, auf Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten. Die Einsehbarkeit von Fluren und Erschließungswegen schafft Vertrautheit, räumliche Privatheit wird klar definiert.


Für die Nutzergruppe der Hörgeschädigten sind die akustischen Erfordernisse besonders hoch, da Hörgeräte verschiedene Geräusche oft indifferent verstärken. Auch die Materialien des Bauwerks reagieren auf die besonderen Anforderungen: Akustische und optische Störreize werden vermieden; Geräusche, die gar nicht erst entstehen, müssen auch nicht gedämpft werden.
Die technische Gebäudeausrüstung umfasst nutzerspezifische Anlagen wie optische Signale und induktive Systeme. In der Raumbeleuchtung wurde Wert auf ein ausgewogenes, blendfreies und ruhiges Licht gelegt. Dabei wird das Optimum der Lichtausbeute in die Interaktionsebene gelegt, um gute Voraussetzungen für die Gebärdensprache, für das Erkennen von Mimik und Gestik zu schaffen. Die Aufzüge sind mit Glastüren ausgestattet, um im Alarmfall eine optische Kommunikation zu ermöglichen.